Ostern ist vorbei, und genau deshalb ist jetzt vielleicht der richtige Moment, noch einmal in Ruhe über das Thema Eier nachzudenken und darüber, wie wir es Kindern erklären.
Meine Kinder sind inzwischen schon größer. Die Frage, warum wir dieses oder jenes nicht essen, kommt eigentlich nicht mehr. Dafür kommt inzwischen häufiger die Frage auf, warum andere Menschen nicht auch vegan leben.
Ich erinnere mich aber noch gut daran, wie komplex es sich angefühlt hat, unseren Kindern zu erklären, warum wir keine Eier essen. Denn Eier sind anders als Fleisch. Sie sind keine toten Tiere – und gleichzeitig stammen sie von Tieren.
Eigentlich sind Eier für die Fortpflanzung gedacht. Aus ihnen würden kleine Küken schlüpfen. Natürlich ist das heute oft nicht mehr so. Die meisten Eier, die im Supermarkt verkauft werden, sind nicht befruchtet. Aber ist das wirklich der Punkt, um den es für Kinder gehen muss? Oder reicht es vielleicht, erst einmal bei etwas ganz Einfachem zu bleiben: Dass Hühner Eier legen, aus denen ihre Babys schlüpfen. Und dass diese Eier deshalb nicht einfach „für uns“ da sind. Genau diesen Gedanken greifen wir übrigens auch in dem Buch „Tiere backen einen Kuchen“ auf. https://www.derveganekinderbuchverlag.de/products/tiere-backen-einen-kuchen
Und die Komplexität hört bei den unbefruchteten Eiern nicht auf. Meine Freundin Lexa betreibt gemeinsam mit ihrem Partner Markus einen Lebenshof (https://begegnungshof-in-der-espe.de/). Durch unsere Gespräche habe ich angefangen, vieles noch einmal anders zu sehen. Was ich lange gedacht habe: Dass man auf einem Lebenshof die Eier einfach den Hühnern überlassen kann. Dass dort alles „natürlich“ ist. Aber so einfach ist es eben nicht. Auf Lebenshöfen gehören Dilemmata zum Alltag. Der Wunsch ist klar: den Tieren ein möglichst gutes Leben zu ermöglichen – und gleichzeitig gibt es Grenzen, die sich nicht einfach auflösen lassen. Gerade beim Thema Eier wird das besonders deutlich. Denn Hühner setzen sich auch auf unbefruchtete Eier. Wenn sie in den Brutmodus gehen, stehen sie oft kaum noch auf. Im schlimmsten Fall hören sie auf zu fressen. Das bedeutet: Die Eier müssen aus den Nestern genommen werden. Viele Lebenshöfe füttern sie den Hühnern zurück – um ihnen wenigstens einen Teil der Nährstoffe zurückzugeben. Oder sie werden an andere Tiere verfüttert.
Als mein älteres Kind ungefähr acht Jahre alt war, habe ich angefangen, ihm auch diese Komplexität zu erklären. Und warum wir keine Eier essen – auch dann nicht, wenn sie möglicherweise nicht befruchtet sind. Und vielleicht ist genau das etwas, das wir auch unseren Kindern mitgeben dürfen: Dass wir uns bemühen. Dass wir hinschauen. Und dass wir Entscheidungen treffen – auch wenn nicht alles einfach ist.
In den Gesprächen mit Lexa habe ich so viel darüber gelernt, wie Tiere wirklich leben, welche Bedürfnisse sie haben und wie komplex das Zusammenleben mit ihnen ist. Und ich weiß noch, dass ich schon nach unserem ersten Kennenlernen gedacht habe: Eigentlich bräuchte es genau dazu ein Kinderbuch. Einen liebevollen Gegenentwurf zum klassischen Bauernhofbuch. Eines, das Tiere nicht als „Nutztiere“ zeigt, sondern als fühlende Individuen.
Und ja – seit letztem Jahr ist es endlich soweit. Viele dieser Gedanken sind in unser Buch „Auf dem Lebenshof“ eingeflossen. Auch wenn natürlich nicht die ganze Komplexität darin Platz finden konnte, öffnet es doch einen Raum, um genau solche Themen sichtbar zu machen.Und vielleicht ist es auch ein erster, sanfter Einstieg, um mit Kindern über das Thema Eier ins Gespräch zu kommen.
Wenn du in unser veganes Kinderbuch hineinschauen möchtest, schau gerne hier: https://www.derveganekinderbuchverlag.de/products/auf-dem-lebenshof
Und für alle, die noch nicht genug vom Thema Eier haben – auch wenn Ostern schon vorbei ist: Vielleicht ist ja doch noch irgendwo ein Osterhäschen unterwegs …
https://www.derveganekinderbuchverlag.de/products/das-blaue-ei
Wenn du dich fragst, wie du deinem Kind erklären kannst, warum ihr keine Eier esst, bist du damit nicht allein. Manchmal reicht ein kleiner Anfang – oder ein Buch, das zeigt: Du bist nicht allein auf dieser Reise.
Alles Liebe Moïra
